Private Schuldnerberatung

publiziert 10.04.2019

 

 

Versucht wird, aufzuzeigen, auf was man als Schuldner achten muss, wenn man eine Forderung nicht mehr bedienen kann. Folgender Verlauf ist gegeben.  

 

Nur der Bereich Zahlungserinnerungen/Mahnungen ist das außergerichtliche Mahnverfahren

 

Das gerichtliche Mahnverfahren beinhaltet das Verfahren um den Mahnbescheid, den Vollstreckungsbescheid und ggf. im Fall des Widerspruchs gegen einen Mahnbescheid noch das folgende Gerichtsverfahren

 

Die Zwangsvollstreckung soll die Durchsetzung der gerichtsfest bestätigten Gesamtforderung bewirken, ist eigentlich ein eigenständiger Bereich.  

 

 

Bild in Anlehnung an Advoneo

 

Hierzu die folgenden Ausführungen. 

 

 

Das Mahnverfahren

 

 

Von entscheidender Bedeutung für die

Entwicklung der Gesamtschulden des Schuldners

ist das außergerichtliche Mahnverfahren. 

 

 

So lange, wie der Gläubiger selber sich um die Begleichung seiner Forderung bemüht, kann im Grundsatz "nichts" weiter passieren, als dass man gemahnt wird. 

 

Absolut gefährlich für den Schuldner wird es, wenn sich ein Inkassobüro einschaltet, und die Forderung des Gläubigers geltend macht. Dann werden aus popeligen 12,00 EUR schlagartig mal eben 81,00 EUR, oder 575% mehr. Das Beispiel ist belegt auf Seite Beispiel erfolgloses Inkasso.

 

Dabei ist zu beachten, dass die in den 81,00 EUR enthaltenen Mehrkosten nur die außergerichtlich angefallenen Kosten sind. Wird Mahnbescheid beantragt, Vollstreckungsbescheid erlassen, die Vollstreckung durchgeführt, kommen die hier anfallenden Kosten ja noch zusätzlich dazu

 

Was ein Schuldner also verhindern muss, ist, dass er die von einem Inkassobüro anhängig gemachten Kosten anerkennt. Dies geht nur auf eine einzige Art und Weise:

 

 

Der Schuldner muss alles vermeiden, was später als Anerkenntnis der Forderungen des Inkassobüros ausgelegt werden kann 

 

 

Also: 

  • keine Zahlungsvereinbarung treffen,
  • keine Stundungsvereinbarung treffen,
  • keine Ratenzahlungen auf die geltend gemachte Gesamtforderung (inkl. Kosten des Inkassorbüors) leisten


Am Besten ist es 

  • jeglichen Kontakt mit dem Inkassobüro vermeiden, vor allem aber nichts unterschreiben
  • Zahlungen an das Inkassobüro, wenn überhaupt, nur ausdrücklich auf die Hauptforderung leisten, keine Forderungen des Inkassobüros dabei anerkennen. 

Es ist wesentlich, dass man das Inkassobüro in seinen Bemühungen um die Geltendmachung der offenen Forderung des Gläubigers ausbremst. 

 

 

Warum Inkassobüros ausbremsen?

 

These: 

 

 

Inkassounternehmen sind eine reine Abzockindustrie. 

 

 

Sie produzieren nichts, sie schaffen keine Werte, sondern sie plündern als Dienstleister für die Gläubiger nur die Schuldner. 

 

Es ist zu unterstellen, dass sämtliche Inkassobüros oder Inkassounternehmen nur auf eigene Rechnung tätig werden. Das heißt: 

 

 

Inkassobüros bekommen vom Gläubiger zwar einen Auftrag,

aber kein Honorar für ihre Leistung. 

 

 

Das Honorar der Inkassobüros besteht darin, was sie mit dem Schuldner vereinbaren können. Und vereinbaren in diesem Sinn bedeutet nicht, dass das Büro mit dem Schuldner darüber verhandelt, was er bereit ist für das vom Büro betriebene Mahnverfahren zu vergüten, sondern vereinbaren bedeutet, den Schuldner irgendwie dazu zu bringen, dass er geltend gemachte Mahnkosten anerkennt. Wie dies erreicht wird, ist dem Büro wurscht. Hauptsache dass. 

 

Ein Anerkenntnis der Forderung des Inkassobüros setzt voraus, dass man sich überhaupt einmal auf Gespräche, auf schriftlichen Kontakt mit diesem einlässt. Akzeptiert man als Schuldner also 

  • Zahlungsvereinbarungen (Ratenzahlungen)
  • Stundungsvereinbarungen,
  • leistet man Ratenzahlungen auf die geltend gemachte Gesamtforderung 

dann anerkennt man damit nicht nur die Forderung des Gläubigers, sondern auch die gesamten vom Inkassobüro für sich reklamierten Kosten. Im oben genannten Beispiel wären dies Mehrkosten von 69,00 EUR auf eine Forderung von 12,00 EUR (gesamt 81,00 EUR) gewesen.  

 

Die Forderung des Inkassobüros kann man aber noch auf eine andere Art und Weise anerkennen, nämlich indem man einen Mahnbescheid liegen lässt, keinen Widerspruch einlegt. Dazu weiter unten mehr. 

 

Die Mehrkosten kann man nur dadurch vermeiden, indem man jeglichen Kontakt zum Inkassobüro verweigert. Beispiel auf Seite Beispiel erfolgloses Inkasso. 

 

Hat ein Inkassobüro einen Schuldner "an der Angel", hat dieser sich auf das Büro eingelassen, ist davon auszugehen, dass das Inkassobüro jede einzelne Handlung, jedes Schreiben, jede Mahnung in Rechnung stellen wird - jeweils zusätzlich zu allen bisher aufgelaufenen Kosten. 

 

 

Ist der Schuldner an der Angel, wird er zur Melkkuh gemacht. 

 

 

Und immer wird suggeriert, dass "man" auf seiner Seite sei, man ihm helfen wolle. Und im Zuge dieser "Hilfestellung" und "Hilfeleistung" explodieren die Kosten des Mahnverfahrens, und anstatt dem Schuldner zu helfen, wird er immer weiter in die Schulden gedrückt.

 

 

Warum ist die Verweigerungshaltung sinnvoll?

 

Es ist grundsätzlich zu unterstellen, dass Inkassobüros nur auf Erfolgshonorarbasis für den Gläubiger tätig werden. Das heißt, der Gläubiger erteilt zwar den Auftrag an das Inkassobüro bzw. das Recht, seine Forderung einzutreiben, aber kein Gläubiger wird den Auftrag oder das Recht unter der Prämisse erteilen, dass daraus eine Forderung des Inkassobüros gegen ihn selber entsteht. 

 

 

Kein Inkassobüro kann vom Gläubiger seine Kosten einfordern. 

 

 

Und wenn sich ein Gläubiger zur Übernahme der Kosten des Inkassobüros verpflichtet, dann gehört er mit dem Klammerbeutel gepudert. Denn wenn im o. g. Beispiel zu den 12 EUR noch 69 EUR Kosten beim Gläubiger anfallen, und beim Schuldner nichts zu holen ist, dann lacht sich das Inkassobüro dumm und dämlich, und der Gläubiger hat auf seine 12 EUR noch 69 EUR weitere Kosten daraufgesattelt. 

 

Also ist es völlig unglaubhaft, dass je ein Inkassobüro vom Gläubiger unter der Prämisse zur Einziehung einer Forderung beauftragt wird bzw. worden ist, dass der Gläubiger bei Uneinbringlichkeit der Forderung die Kosten des Inkassobüros übernimmt. 

 

Wenn ein Inkassobüro also Geld an einem Mahnverfahren verdienen will, muss es mit allen Mitteln versuchen, den Schuldner zu einer Vereinbarung zu bewegen, wie

  • Zahlungsvereinbarung oder Stundungsvereinbarung abzuschließen,
  • ohne schriftliche Vereinbarung Ratenzahlungen auf die Gesamtforderung zu leisten.  

Jeder Schuldner muss sich deshalb darüber im Klaren sein, dass es dem Inkassobüro nicht am Herzen liegt, dass er seinen Verpflichtungen nachkommen kann, sondern nur, die eigenen Kosten dingfest zu machen. Dass bei Gesprächen dann Verständnis für die Situation des Schuldners gezeigt wird, man seine Lage bedauert, alles nur Show. 

 

 

Der Schuldner und seine persönliche Situation

sind dem Inkassobürovertreter scheißegal. 

 

 

 

Der Mahnbescheid

 

Verweigert ein Schuldner jeden Kontakt mit dem Inkassobüro, was passiert dann Schlimmes? 

 

Es passiert überhaupt nichts Schlimmes, außer das, was sonst auch passieren würde, nämlich dass - von wem auch immer - ein Mahnbescheid beantragt wird. Mit einem solchen muss aber wohl jeder Schuldner rechnen, egal ob er mit dem Inkassobüro in Kontakt tritt, oder nicht. 

 

Es kann sein, dass im Fall, wenn man jeden Kontakt mit einem Inkassobüro verweigert, nachfolgend nichts passiert: Beispiel erfolgloses Inkasso. Dies wird wohl nur bei kleinen Forderungen der Fall sein, oder bei einigermaßen seriösen Inkassobüros, die akzeptieren, dass sie ihre Forderungen nicht durchsetzen können. 

 

Nach Einschätzung unseriöse Inkassobüros beantragen trotzdem den Mahnbescheid - und hoffen darauf, dass der Schuldner diesen liegen lässt, sinnbildlich den Kopf in den Sand steckt und die Frist von zwei Wochen ungenutzt verstreichen lässt, innerhalb derer gegen die Forderung in der Gesamtheit oder nur teilweise Widerspruch eingelegt werden kann. Beispiel dazu auf Seite Mahnbescheid

 

 

Der Mahnbescheid ist für Inkassounternehmen sozusagen

die letzte Chance, die eigenen Forderungen dingfest zu machen. 

 

 

Wer sich als Schuldner dem Kontakt mit einem Inkassobüro entzieht, der muss auch den nächsten Schritt machen, nämlich dann Widerspruch gegen einen zugestellten Mahnbescheid einlegen, wenn in diesem außer der Forderung des Gläubigers und geringen Mahnkosten (z. B. 5 EUR wie im Beispiel auf Seite Mahnbescheid angezeigt) noch Kosten des Inkassobüros selber in unanständiger Höhe enthalten sind. Für diese gibt es dann keine Grundlage. 

 

Außer der Hauptforderung und geringen Mahngebühren, evtl. noch Zinsen und den Gerichtskosten muss alles bestritten werden, weil es hierfür keine Rechtsgrundlage gibt. Vor allem dann nicht, wenn das Inkassobüro auf der Grundlage von Erfolgshonorar tätig geworden ist und der Schuldner alle Bemühungen des Inkassobüros ignoriert hat (Beispiel erfolgloses Inkasso). Die Frage der Rechtmäßigkeit von Forderungen des Inkassobüros kann nur in einem Gerichtsverfahren geklärt werden. 

 

Also: Widerspruch gegen den Mahnbescheid einlegen, und wenn es dann zur Gerichtsverhandlung kommt, sich entweder selber verteidigen, oder auf der Grundlage von Prozesskostenhilfeantrag die Beiordnung eines Rechtsanwaltes verschaffen. 

 

 

Vollstreckungsbescheid

 

Sind alle offenen Fragen, die Rechtmäßigkeit der Forderungen des Inkassobüros geklärt, dann kommt es zu einem Urteil bzw. einem Vollstreckungsbescheid. 

 

Danach ist die Vollstreckung an der Reihe. 

 

 

Vollstreckung verhindern

 

Wie man sich derzeit wohl aussichtsreich gegen Vollstreckungsmaßnahmen zur Wehr setzen kann, dazu mehr auf Seite Vollstreckung abwehren. 

 

So, nun hoffe ich, dass meine Ausführungen hilfreich waren. Weitere Infos zum Thema auf den Unterseiten zu Menuepkt. 12.7.3