Schuldnerberatung

publiziert 02.04.2019, Erg. 10.08.,

 

 

 

Was tun, wenn ein Inkassounternehmen vorstellig wird?

 

 

Zu diesem Thema wurde von der ARD am 01.04.2019 ein Film eingestellt, "Die Story im Ersten: Milliardengeschäft Inkassso!" Dieses Video sollte jeder, der mit Inkassobüros zu tun hat, sich zu Gemüte führen. Video aufrufen. (alle Videos zu Reportage & Dokumentation aufrufen, dann Video Milliardengeschäft Inkasso anklicken.) 

 

Trotzdem gibt es noch einiges dazu zu sagen. 

 

 

Datenschutz und Inkassobüros

10.08.2019

 

Als Folge des Hinweises eines Freundes ist dieser Abschnitt bzw. die Seite Datenschutz gegen Inkassobüros installiert worden. 

 

Die Ausführungen sind durchaus geeignet, Inkassobüros die Rechtsgrundlage für das eigenständige Handeln zu entziehen. Bitte die nachfolgenden Ausführungen unter dem Aspekt des Datenschutzes zur Kenntnis nehmen. 

 

 

Wenn sich das Inkassobüro meldet, dann ...

 

ist mein Rat: Nicht angst schlotternd wie das Kaninchen vor der Schlange stehen, sondern sich dessen bewusst sein, dass das Inkassobüro über keinerlei besondere Rechte verfügt außer dem, bei nichtbezahlen der Forderung den Erlass eines Mahnbescheides zu beantragen und dann den Gerichtsvollzieher mit der Vollstreckung zu beauftragen. 

 

 

 

Inkassounternehmen sind nicht hoheitlich legitimiert. 

 

 

Ein Inkassounternehmen hat keinerlei Rechte, einen Schuldner zu drangsalieren, mit Handlungen zu bedrohen (Auto wegnehmen etc.), zu nötigen, gar zu erpressen. Die Mitarbeiter des Büros sind zwar penetrant, aber rechtlos. Also: maulen dürfen die Büros, meckern dürfen sie, Zahlungen einfordern dürfen sie, Ratenzahlungen anbieten dürfen sie, aber sie dürfen nichts tun, was der Gerichtsvollzieher tun darf - wenn er ordnungsgemäß hoheitlich handelt (Mehr dazu auf Seite Für GEZ-Boykotteure):

 

Auf was es allen Inkassobüros ausschließlich ankommt, ist, eine Unterschrift des Schuldners zu ergattern, mit der dieser die geltend gemachten Gebühren und Kosten anerkennt. Deshalb:

  • alle Bemühungen des Inkassobüros oder dessen Mitarbeiter inkl. Rechtsanwälten ignorieren. Also: 
  • einen Telefonanruf sofort beenden, am besten den Anruf erst gar nicht entgegennehmen. 
  • kein Gespräch führen, weder telefonisch noch persönlich, sich auf keine Diskussion einlassen. 

Also getrost jedes Schreiben

eines Inkassobüros ignorieren, in die Tonne werfen. 

 

 

Zugegeben, es ist nicht einfach, als Schuldner die Aktivitäten eines Inkassobüros zu ignorieren. Aber wenn man als Schuldner irgendwann einmal von den Schulden herunterkommen will, muss man genau dies tun: Die Aktivitäten der Inkassobüros ignorieren. 

 

Aber: Was man tun sollte, ist:

 

 

Die Ausgangs- oder Hauptforderung von (siehe Video) OTTO-Versand, H & M oder von wem auch immer, sofort anerkennen.

 

 

Auf keinen Fall aber Mahngebühren, Kosten von Rechtsanwälten etc. pp. anerkennen, sondern tatsächlich nur die Hauptforderung anerkennen und sinnvoll ist dabei, sich ggf. der sofortigen Vollstreckung zu unterwerfen. . 

 

Warum, dazu gleich mehr.

 

Vorab: Entscheidend ist für den weiteren Verlauf, ob das Inkassobüro Eigentümer der Hauptforderung ist, oder nur mit der Einziehung beauftragt ist. Ob also die Hauptforderung nach Eingang beim Inkassobüro von diesem an OTTO-Versand oder andere ausgereicht wird, oder ob die Hauptforderung vom Inkassobüro z. B. käuflich erworben wurde, die Zahlung auf die Hauptforderung beim Büro verbleibt. . 

 

 

Der größte Fehler eines Schuldners

 

ist, Angst vor einem Inkassobüro zu haben, und dann noch eine vom Inkassobüro vorgelegte Zahlungsvereinbarung zu unterzeichnen,. 

 

Inkassobüros sind bestrebt den Schuldner zu veranlassen, Zahlungsvereinbarungen oder Schuldanerkenntnis zu unterzeichnen. Sie spielen mit der Angst des Unwissenden, nützen diese gezielt aus, 

 

 

So was zu unterzeichnen, ist das "Dümmste",

was man als Schuldner machen kann. 

 

 

Denn mit jeder Zahlungsvereinbarung und jedem Schuldanerkenntnis, in dem die Kosten des Inkassobüros enthalten sind, wird rechtswirksam ein neuer Vertrag mit dem Inkassobüro abgeschlossen, mit dem der Schuldner alle Mahnkosten, Inkassogebühren etc. pp, anerkennt, obwohl diese weder tituliert und in der Regel vollkommen überzogen sind.

 

Aber: Anerkenntnis ist Anerkenntnis. Und nur auf dieses Anerkenntnis kommt es den Inkassobüros an. Also Grundregel:

 

 

Nichts, aber wirklich nichts unterschreiben. 

 

 

 

Wenn man etwas unterzeichnet hat

 

Was passiert, wenn man etwas unterzeichnet hat, eine Zahlungsvereinbarung, eine Ratenzahlung inkl. Gebühren und Kosten? Dann hat man als Schuldner schon verloren. Wird dann nicht bezahlt, kommt es zum Mahnverfahren, zum Mahnbescheid, gegen den man als Schuldner zur Vermeidung von noch mehr Kosten keinen Widerspruch einlegen sollte. 

 

Wenn dann der Gerichtsvollzieher kommt, dann hat man als Schuldner allerdings die Möglichkeit und das Recht, die Legitimation des Gerichtsvollziehers in Frage zu stellen. Dazu Seite Für GEZ-Boykotteure

 

 

Wenn man nichts unterzeichnet hat

 

Wenn man also keine Ratenzahlungen, keine Zahlungsvereinbarungen etc. unterzeichnet und damit die Kosten des Inkassobüros rechtswirksam anerkannt hat, dann kommt es für den weiteren Verlauf darauf an, ob man die Hauptforderung anerkannt und sich der sofortigen Vollstreckung unterworfen hat

 

Sich der sofortigen Vollstreckung zu unterwerfen, hat keine Folgen. Denn: Man kann sich ja gegen die Vollstreckung zur Wehr setzen, indem man die Legitimation des GV besonders bezüglich der Kostenrechnung und Rechtsbehelf in Frage stellt. Seite Für GEZ-Boykotteure

 

IM Übrigen kann man die Hauptforderung noch im Mahnverfahren anerkennen. Also. Hauptforderung anerkennen, Widerspruch gegen Gebühren und Kosten des Inkassobüros einlegen.  

 

Hat man die Hauptforderung anerkannt und sich der sofortigen Vollstreckung unterworfen, dann hat das Inkassobüro folgendes Problem:

 

 

Das Inkassobüro muss für seine eigenen Kosten

den Erlass eines eigenen Mahnbescheids beantragen,

bzw. isoliert einen Rechtsstreit darüber führen. 

 

 

Es kann seine eigenen Forderungen damit nicht mehr an die Hauptforderung anhängen, sozusagen als Trittbrettfahrer versuchen, diese in die Geltendmachung der Hauptforderung zu integrieren.

 

Wurde also die Hauptforderung anerkannt inkl. der sofortigen Vollstreckung, dann kann diese Hauptforderung nicht mehr per Mahnverfahren verfolgt werden. Diese Sache ist abgeschlossen, der Anspruch rechtskräftig festgestellt.  

 

Und jetzt wird es tatsächlich spannend. 

 

Was macht das Inkassobüro? Wenn es "Kohle" haben will, muss es seine eigenen Kosten auf dem Rechtsweg geltend machen. Also Mahnbescheid, Schuldner widerspricht, dann kommt es anschließend zur Gerichtsverhandlung. 

 

 

Hier hat jeder Schuldner beste Karten,

das Inkassobüro in die Knie zu zwingen. 

 

 

 

Warum? Darum!

 

 

Die Rechtsstellung des Inkassobüros

 

Wenn ein Inkassobüro nur seine eigenen Forderungen auf dem Rechtsweg geltend machen kann, weil die Hauptforderung ja bereits anerkannt etc. pp. ist, dann ist folgender Sachverhalt von entscheidender Bedeutung. 

 

 

Wer ist Inhaber der Hauptforderung?

 

 

Dazu Verweis auf das Video. Es ist in Sachen OTTO-Versand vorgetragen, dass, wenn der Konzern selber die Forderung mahnen würde, nur 3 EUR  an Kosten geltend gemacht werden können. Das Inkassobüro verlangt aber zum Beispiel 70 EUR für die Mahnung. 

 

Also kommt es entscheidend darauf an, wer ist Eigentümer der Hauptforderung. 

 

 

Variante 1

 

Das Inkassobüro ist Eigentümer der Forderung. Dann kann dieses für die Mahnung seiner eigenen Forderung nur 3 EUR verlangen. Beginnt das Inkassobüro aber einen Rechtsstreit über z. B. 70 EUR Mahnkosten, dann wird es den Streit nur in Höhe von 3 EUR gewinnen, aber in Höhe von 67 EUR verlieren - zzgl. Rechtsanwalts- und Gerichtskosten. 

 

Also stellt sich die Frage, wird das Inkassobüro den Rechtsweg überhaupt beschreiten, wenn es der Eigentümer der Forderung ist und die Hauptforderung anerkannt ist?

 

 

Variante 2

 

Das Inkassounternehmen ist nicht der Eigentümer der Forderung. Dann kann das Inkassobüro tatsächlich im Rahmen gesetzlicher Regelung bzw. im Rahmen der guten Sitten an Kosten und Gebühren verlangen was es will. 

 

 

Aber!

 

 

Ganz dickes und fettes Aber. Denn nun stellt sich die Frage, auf welcher Rechtsgrundlage will das Inkassobüro denn vom Schuldner seine Kosten und Gebühren einfordern?

 

Ist das Inkassobüro nicht Eigentümer der Forderung, dann ist es vom Eigentümer der Forderung (OTTO-Versand, H & M etc. pp.) beauftragt, die Hauptforderung geltend zu machen und einzuziehen. Das heißt, das Inkassobüro ist Auftragnehmer. 

 

Und wer haftet für die anfallenden Kosten? Richtig: Der Auftraggeber.

 

 

Der Auftraggeber ist aber im Fall

nicht der Schuldner, sondern der Konzern. 

 

 

Und der Konzern kann nicht wirksam mit der Auftragserteilung an das Inkassobüro bestimmen, dass dessen anfallende Kosten und Gebühren vom Schuldner der Forderung zu tragen sind. Dazu fehlt dem Konzern die rechtliche Grundlage. 

 

Also kann das Inkassobüro seine Forderung wirksam nur gegenüber dem Auftraggeber geltend machen - es sei denn, der Schuldner hat die Kosten des Büros durch Unterschrift anerkannt.  Der Auftraggeber kann nur versuchen, sich die Kosten des Inkassobüros in einem weiteren, isolierten Mahnverfahren gegen den Schuldner titulieren zu lassen. Das Problem für den Konzern ist damit, dass er die Richtigkeit (Höhe und sachliche Begründung) der bezahlten Kosten des Inkassobüros ggf. vor Gericht belegen muss. 

 

Ich denke, da würde bei dem betreffenden Auftraggeber/Konzern keine Freude aufkommen. 

 

Um dieses Szenario zu umgehen, sind die Inkassobüros bemüht, mit den Schuldnern Vereinbarungen zu treffen, durch die diese faktisch gnadenlos gelinkt, um nicht zu sagen betrogen werden, indem ihnen Kosten untergejubelt werden, die vom Schuldner im Grundsatz nicht oder mindestens nicht in der gegeben Höhe zu tragen sind. 

 

Deshalb nochmals:

 

 

Nichts, aber wirklich nichts unterschreiben. 

 

 

Denn nur durch eine Unterschrift wird ein Vertragsverhältnis zwischen Schuldner und Inkassobüro überhaupt erst begründet. Ohne Unterschrift aber kein Vertragsverhältnis, und damit gibt es für das Inkassobüro keine Rechtsgrundlage, einen Rechtsstreit mit dem Schuldner zu beginnen - über seine eigenen Kosten. 

 

 

Empfehlung

 

Deshalb nochmals meine Empfehlung: 

 

1. Verweigert euch jeder Kontaktaufnahme durch Inkassobüros oder deren Rechtsanwälte

 

2. Anerkennt die Hauptforderung und unterwerft euch ggf. freiwillig der sofortigen Vollstreckbarkeit der Hauptforderung.

 

3. Setzt euch im Fall der Vollstreckung gegen den Gerichtsvollzieher zur Wehr. Seite Für GEZ-Boykotteure

 

Alternativ zu 3. oder parallel dazu kann jederzeit eine Zahlung auf die Hauptforderung geleistet werden - das Inkassobüro geht dabei leer aus. Wichtig bei jeder Überweisung ist, dass ganz klar bestimmt ist, dass die Zahlung nur auf die Hauptforderung geleistet wird. 

 

Wer sich an diese Empfehlung hält, verhindert meiner Meinung nach wirksam, dass die vom Inkassobüro generierten Gebühren und Kosten wirksam eingefordert werden können. 

 

Also ich wünsche jedem ein dickes Fell gegenüber der Verfolgung durch Inkassobüros. Und bitte grundsätzlich beachten: die Inkassobüros tun nur so, als ob sie jegliches Recht hätten, dabei versuchen sie nur mehr oder weniger erfolgreich, den Schuldner über den Tisch zu ziehen, zu linken, zu betrügen. 

 

Deshalb nochmals: Abstand halten zu allen Inkassobüros und ihren Bemühungen. Einfach alles ignorieren, dann bleibt es bei den Hauptforderungen.