Warum Anerkenntnis Hauptforderung?

publiziert 06.04.2019

 

 

Aut Seite Schuldnerberatung schlage ich zwei Sachen ultimativ vor:

 

1. Nichts unterzeichnen (Ausführungen dazu auf Seite Warum keine Unterschrift)

 

2. Hauptforderung anerkennen

 

Nachfolgend die Ausführungen.zur Frage, warum Anerkenntnis der Hauptforderung?

 

 

Jeder Schuldner muss sich eines bewusst machen: 

 

 

Das Hauptinteresse eines Inkassobüros besteht nicht darin,

die Einziehung der Hauptforderung zu bewirken,

sondern für sich selber Einnahmen zu erwirtschaften. 

 

 

Es ist also das Ziel jedes Inkassobüros, für sich selber so viel Einnahmen zu erwirtschaften, wie nur möglich ist. Dabei ist das Risiko der Inkassobüros dahingehend gegeben, dass sie nicht wissen, ob sie ihre geltend gemachten Forderungen auch tatsächlich einnehmen werden. 

 

Auf jeden Fall ist zu unterstellen, dass sich kein Gläubiger bei Beauftragung eines Inkassobüros verpflichtet, die von diesem erbrachten Leistungen zu vergüten Zutreffend dürfte sein, dass die Gläubiger den Inkassobüros Forderungen zur Beitreibung mit der Maßgabe übergeben, dass das Inkassobüro vom Gläubiger kein Geld erhält, sondern es sich darum bemühen muss, dass es sein Geld vom Schuldner erstattet bekommt.

 

Für Inkassobüros stellt sich somit die Frage: 

 

 

Wie mache ich aus einem Schuldner eine Melkkuh?

 

 

 

Mahnbescheid wird nicht beantragt

 

Eingebürgert hat sich im Umgang von Inkassobüros mit Schuldner, dass zwar gemahnt wird, und nochmals gemahnt wird, etc. etc., und für jede Mahnung Kosten berechnet werden. Auch für die Verbuchung von geleisteten Zahlungen werden Kosten berechnet. 

 

 

Ziel des Inkassobüros ist es, seine Kosten ohne Ende aufzublähen. 

 

 

Das geht aber nur so lange, wie 

 

 

die Hauptforderung nicht tituliert ist. 

 

 

Ist die Hauptforderung tituliert, kann nicht mehr gemahnt, sondern nur noch vollstreckt werden

 

Das heißt, ist die Forderung des Gläubigers vom Schuldner anerkannt, und hat dieser sich der sofortigen Vollstreckung in sein Vermögen unterworfen, dann entstehen seitens des Inkassobüros keine Mahnkosten, keine Kontoführungskosten oder ähnliches mehr, sondern nur noch die Kosten für die Ausfertigung des vollstreckbaren Titels durch das Gericht und die Kosten der Zwangsvollstreckung. Die hier anfallenden Kosten hat der Gesetzgeber festgesetzt. 

 

Dies bedeutet, dass ein Inkassounternehmen, welches erst mehrfach mahnt, mit Vollstreckung droht und sonst vorstellig wird , für jede Handlung eine Gebühr berechnet anstatt die Vollstreckung zu beantragen, im Grundsatz nur eines will, nämlich seine eigene Forderung erhöhen.

 

 

Inkassokosten vermeiden

 

Den Anfall von Inkassokosten kann man nur vermeiden, indem der Schuldner unmittelbar dann, wenn er weiß, dass er eine angefallene Forderung nicht befriedigen können wird, dem Gläubiger (Inhaber der Forderung) schnellstmöglich mitteilt, dass er - aus kurzfristig angefallenen persönlichen Gründen? - derzeit nicht in der Lage sein wird, die Forderung zu bezahlen, er die Richtigkeit und Fälligkeit der Forderung aber anerkennt. 

 

Gleichzeitig muss erklärt werden, dass er sich der sofortigen Vollstreckung in sein gesamtes Vermögen unterwirft, soweit keine andere Möglichkeit (Rückgabe der vereinnahmten Leistung/des Kaufs) besteht. 

 

Mit dieser Erklärung kann der Gläubiger zum Gericht gehen, und die Ausfertigung eines vollstreckbaren Titels beantragen, den er dann auch erhält. Danach kommt es zur Zwangsvollstreckung. 

 

Wird eine solche Erklärung abgegeben, wird kaum ein Inkassounternehmen noch tätig werden, weil die Anerkennung der Hauptforderung weitere Mahnungen verhindert. Also kann ein Inkassobüro hier nichts mehr "verdienen". 

 

Ein Beispiel, weiter erläutert auf Seite Warum keine Unterschrift

 

 

 

Das Beispiel betrifft einen seit 2015 nicht mehr existenten Verein. 

 

Wäre die Forderung von 17,88 EUR zzgl. der Mahnkosten von 5 EUR (beides grün markiert) kurzfristig nach der Mahnung anerkannt worden, wären in der Gesamtheit nur Kosten von 56,96 EUR angefallen, nämlich zzgl Gerichtskosten und Zinsen (grün markiert). 

 

Dadurch dass es der Verein "hat laufen lassen", entstanden durch das Engagement des Inkassobüros Mehrkosten in Höhe von 130,60 EUR, also von 570 % bezogen auf die Hauptforderung zzgl Mahngebühr von gesamt 22,88 EUR: 

 

Nur durch solche Engagements finanzieren sich die Inkassobüros und erwirtschaften sie ihren Gewinn. Fazit: 

 

 

Der Schuldner wird zur Melkkuh gemacht. 

 

 

Für mich sind deshalb Inkassobüros ganz entscheidend daran beteiligt, dass es immer mehr Bürger und Familien gibt, die vollkommen überschuldet sind.  Sie werden nicht durch die selber bewirkte Forderung in den Ruin getrieben, sondern von ohne Grenzen gierigen Inkassobüros, die vor allem die Unwissenheit von oftmals unverschuldet in Not geratenen Menschen skrupellos ausnützen, um sich zu bereichern.  

 

 

Explosion der Gesamtkosten

 

Anstatt also den Mahnbescheid zu beantragen, ultimativ die Einziehung der Hauptforderung zu betreiben, tun Inkassobüros nur so, als ob sie dadurch im Interesse des Schuldners handeln würden, wenn sie ihm die Vollstreckung ersparen. Das Gegenteil ist der Fall. 

 

 

Die Beantragung des Mahnbescheides

bedeutet das Ende der Explosion der Zusatzkosten. 

 

Die Nichtbeantragung des Mahnbescheides 

bedeutet die Explosion der Zusatzkosten. 

 

 

Der Schuldner wird eingelullt, man suggeriert ihm, dass man ja Verständnis für seine Lage hat, dass es einem ja leid tue, dass

  • er seinen Arbeitsplatz verloren hat,
  • er in Scheidung lebt,
  • ein Kind geboren wurde was zu enormen Kosten geführt hat,
  • ein Angehöriger verstorben ist 

und man gesteht zu, die Vollstreckung zu vermeiden, wenn wenigstens ein Teil der Forderung bezahlt wird. Wenn der Schuldner aber genau dies tut, eine

  • Rate auf die aktuelle Gesamtforderung zu bezahlen
  • eine Zahlungsvereinbarung akzeptiert, 
  • eine Stundungsvereinbarung akzeptiert,

also irgendetwas unterschreibt, ohne dass ein Mahnbescheid erlassen wurde, dann ist für das Inkassobüro die Tür offen, immer weitere Kosten anhängig zu machen. Besonders wenn der Schuldner dann die getroffene Vereinbarung nicht einhalten, Zahlungen nicht leisten kann. Dann wird wieder gemahnt und fallen erneut Kosten an, der Schuldner ist in der Kostenfalle.

 

Wenn man so rumhorcht und erfährt, dass aus 3.000 EUR Hauptforderung eine Gesamtschuld von rund 15.000 EUR entstanden ist, dann kann man nur "den Hut ziehen" vor dem beteiligten Inkassobüro. Also: 

 

 

Inkassobüros sind ein Schrecken ohne Ende, für den Schuldner

 

 

Solche Entwicklung einer relativ geringen Hauptforderung zu einer gigantischen Gesamtforderung kann man nur dadurch verhindern, indem man die Hauptforderung anerkennt und sich der sofortigen Vollstreckung unterwirft. Alles andere ist nur zum Nachteil des Schuldners. Und genau dies ist das Ziel der Inkassobüros: Den Mahnbescheid verhindern, immer weitere Kosten anhängig machen und dabei noch dem Schuldner suggerieren, man sei auf seiner Seite, man unterstütze ihn in seinem Bemühen, die Schulden zu tilgen. 

 

 

Das Gegenteil ist der Fall,

die Schulden vermehren sich immer mehr. 

 

 

Von Bedeutung ist in diesem Komplex, Warum keine Unterschrift. geleistet werden sollte. 

 

 

Anmerkung zu: Wer ein Anerkenntnis abgibt

 

Wer aber frühzeitig ein Anerkenntnis abgibt, die Hauptforderung mit Begründung warum anerkennt, muss sich darüber im Klaren sein, dass, wenn er weitere Schulden anhäuft, weiter Bestellungen aufgibt ohne bezahlen zu können, faktisch Betrug begeht. Strafrechtlich Folgen sind nicht ausgeschlossen, wenn ein Neu-Gläubiger Kenntnis von einer solchen, einem Alt-Gläubiger gegenüber abgegebenen Erklärung erhält. 

 

Also entweder das Anerkenntnis ohne Begründung abgeben, oder in Zukunft bewusster leben, keine weiteren Schulden mehr machen.