Geldwerte Asylbewerber

publiziert 16.09.2015

 

Kurzinfo:

An Asylbewerbern kann man sich auch eine "goldene Nase" verdienen - mit der Vermietung von Wohnfläche.

 

 

Goldgräberstimmung in der Provinz


In der Süddeutschen Zeitung vom 08.05.2015 ist unter dem Titel Unterbringung von Asylbewerbern von der Journalistin Karin Janker folgendes bereichtet:

  • Immer mehr Hoteliers entdecken das Geschäft mit Flüchtlingen und funktionieren ihre Häuser zu Unterkünften um.
  • Viele Kommunen sind auf die ehemaligen Pensionen angewiesen, Pro Asyl kritisiert eine "unheilige Allianz" zwischen Betreibern und Kommunen.
  • Auch Privatleute vermieten an Flüchtlinge. Eine Unterbringung in normalen Wohnungen hat Vorteile für beide Seiten.


 

Jägerzaun, weiße Doppelhaushälfte, der Rasen im Vorgarten kurz gemäht. Aus der Haustür kommt ein junger Mann, er grüßt und verschwindet die Straße hinunter. "Der jüngste unserer Mieter", sagt Verena Stork, die gerade ihr Auto gegenüber geparkt hat. "Er stammt aus einem Ort an der syrisch-türkischen Grenze, drei Monate lang ist er gelaufen - er kam im Winter in kurzen Hosen in Deutschland an", erzählt sie. Die 34-jährige Juristin hat die Doppelhaushälfte in Kassel-Forstfeld Anfang des Jahres zusammen mit ihrem Mann gekauft und vermietet zwei Wohnungen darin an Flüchtlinge.

Zuvor habe sie mit sämtlichen Nachbarn gesprochen und deren Einverständnis eingeholt. Große Widerstände habe es nicht gegeben, sagt Stork. Nur die Nachbarn auf dem Grundstück nebenan, jenseits des Jägerzauns, die bauen jetzt ein Tor an ihre Einfahrt. Und warfen ihr Geschäftemacherei vor. Denn statt der ortsüblichen Kaltmiete von etwa 700 Euro erhält Stork für die 105 Quadratmeter von der Stadt Kassel eine Pauschale zwischen zehn und 16 Euro pro Flüchtling und Tag. Für die acht Syrer im Haus macht das zwischen 2400 und 3800 Euro im Monat.

"Wenn jemand diese Zahlen hört, bekommt man schnell Mietwucher vorgeworfen", sagt Mario Neumann vom Sozialamt in Kassel. Dabei müsse man bedenken, dass der Vermieter die Wohnung voll möbliert zur Verfügung stellen muss, inklusive Waschmaschine, Küche, Handtüchern und Geschirr. Außerdem geht der Vermieter in Vorleistung: Er bezahlt sämtliche Nebenkosten, egal wie hoch der Verbrauch ist. (...)

Für die Unterbringung der Flüchtlinge in Wörth an der Donau kommt der Landkreis Regensburg auf. Dort heißt es, pro Tag und Person bezahle man zwischen 15 und 25 Euro an den Betreiber einer Unterkunft, je nachdem, ob der nur für die Unterbringung oder für die volle Verpflegung verantwortlich ist. In Ausnahmefällen können die Kommunen aber auch höhere Sätze zahlen, sagt Alexander Thal vom Bayerischen Flüchtlingsrat. Vor allem dann, wenn die Not groß ist und alle verfügbaren Turn- und Lagerhallen bereits mit Feldbetten vollgestellt sind.

 

 

105 QM möbliert erlösen Minimum 22,85 EUR/QM

 

Der Vermieterin Verena Stork darf man keinen Vorwurf machen, wenn Sie ihrer Doppelhaushälfte anstatt für etwa 700 EUR/Monat, entsprechend ca. 6,66 EUR/QM, an eine übliche Familie vermietet sondern für ein Minimum von 2.400 EUR/Monat mit Asylbewerbernn besetzt. Mehreinnahmen pro Monat mindestens 1.700 EUR, macht pro Jahr mindestens 20.400 EUR. (Bei einer Miete von 3.800 EUR/Monat würden die Mehreinnahmen 3.100 EUR/Monat und 37.200 EUR/Jahr betragen.) Davon kann man schon mal Zins und Tilgung für ein Wohnobjekt aufbringen.

 

Egal ob in Kassel oder Wörth an der Donau, Stuttgart oder Paderborn: Das Verwerfliche an der vorstehend aufgezeigten Vermietung von Wohnraum an Asylbewerber ist, dass die Behörden in Konkurrenz zur üblichen wohnungsuchenden Familie treten, die bemüht ist, bezahlbaren Wohnraum anzumieten. Eine Familie steht bei den von den Behörden bezahlten Mieten zwangsläufig auf verlorenem Posten.

 

Dem Staat würde es gut zu Gesicht stehen, wenn er grundsätzlich auf die Anmietung von Privatwohnraum verzichten würde, um Asylbewerber unterzubringen. Es reicht wohl aus, wenn er leerstehende Hotels etc. anmietet. Und letztendlich: Der Staat setzt Steuermittel für "irre" Mietzahlungen ein, die wir ihm zu treuen Händen aushändigen (müssen). Er sollte diese nicht gegen die Interessen der Bürger, der Familien, einsetzen.