NS-Aufhebungsgesetz

publiziert 17.09.2015, Geä. 17.12.,

 

 

Vortrag zum Gesetz zur Aufhebung nationalsozialistischer Unrechtsurteile in der Strafrechtspflege (NS-AufhG) vom 01.09.1998. Fazit: Neugründung der NSDAP? Kein rechtliches Problem.

 

 

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Indiz für die Identität von Deutschem Reich und BRD

 

Wenn man unterstellt, dass die Bundesrepublik Deutschland ein souveräner Staat ist, der, wenn schon, denn schon, 1949 neu gegründet wurde, dann fragt man sich doch, was - zum Teufel - mischt sich dieser Staat in Nazi-Rechtsprechung ein, die vor seiner Zeit angefallen ist, die ihn überhaupt nichts angeht, für die er keinerlei Verantwortung trägt?

 

Das ganze, nachfolgend vorgestellt Engagement der Staatsgewalt in Sachen der Aufhebung nationalsozialistischer Unrechtsurteile in der Strafrechtspflege gibt nur dann Sinn, wenn die Bundesrepublik Deutschland identisch mit dem Deutschen Reich ist, und das gesamte seit 30.05.1956 zu gültigem Bundesrecht erhobene Nazi-Recht trotz dessen Verschwinden in der Versenkung (keine Listung bei den gültigen Bundesgesetzen) immer noch gültiges Bundesrecht ist.

 

Es ist zu unterstellen, dass die Staatsgewalt mit der Aufhebung der Unrechtsurteile vor allem eines im Sinn hatte: Die Vermeidung von Schaderersatzforderungen aus diesen Unrechtsurteilen. Denn: Ist die Bundesrepublik Deutschland identisch mit dem Deutschen Reich, müsste sie im Grundsatz auch für in der Ära Hitler begangenes Unrecht geradestehen. Dies vor allem deshalb, weil sie das von den Siegermächten aufgehobene Nazi-Recht zu gültigem Bundesrecht gemacht hat, dieses also ohne Unterbrechung seit der Kapitulation gültiges Recht ist und auch heute immer noch gültig ist.

 

 

Gültiges Bundesrecht

 

Das am 30.05.1956 zu gültigem Bundesrecht gewordene Nazi-Recht ist in wesentlichen Teilen in der Sammlung Bundesrecht nicht enthalten. In der Anlage zu Artikel 1 § 2 Nr. 3 des NS-AufhG sind jedoch folgende Normen gelistet, die alle in der Liste gültigen Bundesrechts enthalten sein müssten. 

1. Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich vom 24. März 1933 (RGBl. I S. 141)
2. Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 (RGBl. I S. 175)
3. Gesetz zur Änderung von Vorschriften des Strafrechts und des Strafverfahrens vom 24. April 1934 (RGBl. I S. 341)
4. Gesetz zum Schutz der nationalen Symbole vom 19. Mai 1933 (RGBl. I S. 285)
5. Gesetz gegen die Neubildung von Parteien vom 14. Juli 1933 (RGBl. I S. 479)
6. Gesetz über Volksabstimmung vom 14. Juli 1933 (RGBl. I S. 479)
7. Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat vom 1. Dezember 1933 (RGBl. I S. 1016)
8. Gesetz gegen heimtückische Angriffe auf Staat und Partei und zum Schutz der Parteiuniformen vom 20. Dezember 1934 (RGBl. I S. 1269)
9. Reichsflaggengesetz vom 15. September 1935 (RGBl. I S. 1145)
10. Gesetz zum Schutze des Deutschen Blutes und der Deutschen Ehre vom 15. September 1935 (RGBl. I S. 1146)
11. Reichsbürgergesetz vom 15. September 1935 (RGBl. I S. 1146)
12. Preußisches Gesetz über die Geheime Staatspolizei vom 10. Februar 1936 (G. S. 21)
13. Gesetz über die Hitlerjugend vom 1. Dezember 1936 (RGBl. I S. 993)
14. Verordnung gegen die Unterstützung der Tarnung jüdischer Gewerbebetriebe vom 22. April 1938 (RGBl. I S. 404)
15. Verordnung über die Anmeldung des Vermögens von Juden vom 26. April 1938 (RGBl. I S. 414)
16. Gesetz zur Änderung der Gewerbeordnung für das Deutsche Reich vom 6. Juli 1938 (RGBl. I S. 823)
17. Zweite Verordnung zur Durchführung des Gesetzes über die Änderung von Familiennamen und Vornamen vom 17. August 1938 (RGBl. I S. 1044)
18. Verordnung über Reisepässe von Juden vom 5. Oktober 1938 (RGBl. I S. 1342)
19. Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben vom 12. November 1938 (RGBl. I S. 1580)
20. Polizeiverordnung über das Auftreten der Juden in der Öffentlichkeit vom 28. November 1938 (RGBl. I S. 1676)
21. Verordnung über den Nachweis deutschblütiger Abstammung vom 1. August 1940 (RGBl. I S. 1063)
22. Polizeiverordnung über die Kennzeichnung der Juden vom 1. September 1941 (RGBl. I S. 547)
23. Verordnung über die Beschäftigung von Juden vom 3. Oktober 1941 (RGBl. I S. 675)
24. Erlaß des Führers über die Rechtsstellung der NSDAP vom 12. Dezember 1942 (RGBl. I S. 733)
25. Polizeiverordnung über die Kenntlichmachung der im Reich befindlichen Ostarbeiter und -arbeiterinnen vom 19. Juni 1944 (RGBl. I S. 147)
26. Folgende Vorschriften des Strafgesetzbuches für das Deutsche Reich vom 15. Mai 1871 in seiner am 30. Januar 1946 gültigen Fassung: §§ 2, 9, 10, 16 Abs. 3, § 42a Nr. 5, § 42k, 80 bis 94 einschließlich, § 102, 103, 112, 134a, 134b, 140, 140a, 140b, 141, 141a, 142, 143, 143a, 175, 175a Nr. 4 in der Fassung des Gesetzes zur Änderung des Strafgesetzbuchs vom 28. Juni 1935 (RGBl. I S. 839), § 189 Abs. 3, § 210a, 226b, 291, 353a, 370 Nr. 3
26a. §§ 57, 59, 60, 62 bis 65, 67, 69, 71 bis 73, 77, 78, 80 bis 85, 87, 89, 91, 92, 94 bis 97, 99 bis 104, 106 bis 108, 110 bis 112, 139, 141, 144, 147, 147a, 150 des Militärstrafgesetzbuches in den Fassungen der Gesetze vom 16. Juni 1926 (RGBl. I S. 275), 26. Mai 1933 (RGBl. I S. 295), 23. November 1934 (RGBl. I S. 1165), 16. Juli 1935 (RGBl. I S. 1021) und 10. Oktober 1940 (RGBl. I S. 1347)
27.Gesetz über Verhängung und Vollzug der Todesstrafe vom 29. März 1933 (RGBl. I S. 151)
28. Gesetz zur Gewährleistung des Rechtsfriedens vom 13. Oktober 1933 (RGBl. I S. 723)
29. Gesetz über Maßnahmen der Staatsnotwehr vom 3. Juli 1934 (RGBl. I S. 529)
30. Verordnung über das Sonderstrafrecht im Krieg und bei besonderem Einsatz (Kriegssonderstrafrechtsverordnung) vom 17. August 1938 (RGBl. 1939 I S. 1455)
31. Verordnung über außerordentliche Rundfunkmaßnahmen vom 1. September 1939 (RGBl. I S. 1683)
32. Verordnung gegen Volksschädlinge vom 5. September 1939 (RGBl. I S. 1679)
33. Verordnung zur Ergänzung der Strafvorschriften zum Schutz der Wehrkraft des deutschen Volkes vom 25. November 1939 (RGBl. I S. 2319)
34. Verordnung zum Schutze des Reichsarbeitsdienstes vom 12. März 1940 (RGBl. I S. 485)
35. Verordnung zum Schutze der Metallsammlung des deutschen Volkes vom 29. März 1940 (RGBl. I S. 565)
36. Verordnung über die Strafrechtspflege gegen Polen und Juden in den eingegliederten Ostgebieten vom 4. Dezember 1941 (RGBl. I S. 759)
37. Verordnung des Führers zum Schutze der Sammlung von Wintersachen für die Front vom 23. Dezember 1941 (RGBl. I S. 797)
38. Verordnung des Führers zum Schutze der Rüstungswirtschaft vom 21. März 1942 (RGBl. I S. 165)
39. Verordnung über den Schutz der Waffenabzeichen der Wehrmacht vom 3. Mai 1942 (RGBl. I S. 277)
40. Verordnung zur Sicherung des totalen Kriegseinsatzes vom 25. August 1944 (RGBl. I S. 184)
41. Polizeiverordnung über das Betreten von Seeschiffen in deutschen Häfen vom 16. September 1944 (RGBl. I S. 223)
42. Verordnung zur Sicherung des Fronteinsatzes vom 26. Januar 1945 (RGBl. I S. 20)
43. § 1 des Gesetzes zur Änderung des Reichsstrafgesetzbuches vom 4. September 1941 (RGBl. I S. 549)
44. Abschnitt IV der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz des deutschen Volkes vom 4. Februar 1933 (RGBl. I S. 35)
45. Verordnung des Reichsministers des Innern über das Verbot kommunistischer Demonstrationen im Freistaat Sachsen vom 21. Februar 1933 (RGBl. I S. 78)
46. § 5 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 (RGBl. I S. 83)
47. Verordnung des Reichspräsidenten gegen Verrat am Deutschen Volke und hochverräterischer Umtriebe vom 28. Februar 1933 (RGBl. I S. 85)
48. Verordnung des Reichspräsidenten zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der nationalen Erhebung vom 21. März 1933 (RGBl. I S. 135)
49. Verordnung des Reichspräsidenten über die Gewährung von Straffreiheit vom 21. März 1933 (RGBl. I S. 134)
50. Gesetz zur Abwehr politischer Straftaten vom 4. April 1933 (RGBl. I S. 162)
51. § 1 des Gesetzes über die Gewährung von Straffreiheit vom 23. April 1936 (RGBl. I S. 378)
52. Gesetz gegen Wirtschaftssabotage vom 1. Dezember 1936 (RGBl. I S. 999)
53. Gesetz zum Schutze von Bezeichnungen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei vom 7. April 1937 (RGBl. I S. 442)
54. Gesetz gegen Straßenraub mittels Autofallen vom 22. Juni 1938 (RGBl. I S. 651)
55. §§ 3 und 8 des Gesetzes zur Änderung des Reichsstrafgesetzbuches vom 4. September 1941 (RGBl. I S. 549)
56. Polizeiverordnung über das Photographieren und sonstige Darstellen verkehrswichtiger Anlagen vom 29. März 1942 (RGBl. I S. 156)
57. Verordnung zur Erweiterung und Verschärfung des strafrechtlichen Schutzes gegen Amtsanmaßung vom 9. April 1942 (RGBl. I S. 174)
58. Verordnung des Führers zum Schutz der Sammlung von Kleidung und Ausrüstungsgegenständen für die Wehrmacht und den Deutschen Volkssturm vom 10. Januar 1945 (RGBl. I S. 5)
59. Volkssturmstrafrechtsverordnung (VOSTVO) vom 24. Februar 1945 (RGBl. I S. 34)
einschließlich aller zusätzlichen Durchführungsbestimmungen, Verordnungen und Erlasse.

Das alles sind Gesetze, Verordnungen oder sonstige Normen, auf Grund derer unter Hitler Strafrechtsurteile ergangen sind. Zum Beispiel, wenn jemand einem Juden geholfen hat, seine wirtschaftlichen Verhältnisse zu verschleiern.

 

Alle Normen sind gültiges Bundesrecht - aber sie sind in der Liste gültigen Bundesrechtes (Seite Vorkonstitutionelles Recht) nicht aufzufinden.

 

Die Aufhebung der bei Verstoß gegen diese Normen erlassenen Strafrechts- bzw. Unrechsurteile führt nun zu folgender absurden Situation:

  • Wer gegen diese Normen verstößt, zum Beispiel ein durch Gesetz geschütztes Nazi-Symbol verbrennt, zerstört, der bleibt straffrei.
  • Wer dieses Nazi-Symbol aber aktuell bei einer Demonstration vor sich her trägt, der macht sich strafbar, trotzdem dass das Gesetz dazu gültiges Bundesrecht ist.

Am Beispiel der NSDAP und dem vor als Nr. 5 gelisteten Gesetz gegen die Neubildung von Parteien versuche ich die Situation darzustellen.

 

 

Gesetz gegen die Neubildung von Parteien


Zitat Wikipedia-Seite Gesetz gegen die Neubildung von Parteien:

 

Das Gesetz gegen die Neubildung von Parteien vom 14. Juli 1933 (RGBl. I, S. 479) verbot im Deutschen Reich alle Parteien neben der NSDAP. Es wurde von der Reichsregierung beschlossen und von Reichskanzler Adolf Hitler, Reichsinnenminister Wilhelm Frick und Reichsjustizminister Franz Gürtner verkündet. Das Gesetz trat am 16. Juli 1933, in Österreich am 15. März 1938 in Kraft. Aufgehoben wurde es durch das Kontrollratsgesetz Nr. 1 betreffend die Aufhebung von NS-Recht am 20. September 1945.

Das Gesetz war damit während der Zeit des Nationalsozialismus die gesetzliche Grundlage für den Einparteienstaat. Es beendete die Parlamentarische Demokratie in Deutschland.

Aktivitäten, die darauf gerichtet waren, den organisatorischen Zusammenhalt anderer Parteien aufrechtzuerhalten oder eine neue Partei zu bilden, waren durch das Gesetz mit Zuchthausstrafen bis zu drei Jahren und Gefängnisstrafen von sechs Monaten bis zu drei Jahren bedroht. Auf der Grundlage des Gesetzes wurden zahlreiche Politiker anderer Parteien zu Haftstrafen verurteilt. Diese Urteile wurden 1998 durch das NS-Aufhebungsgesetz aufgehoben.

 

Durch das Kontrollratsgesetz Nr. 1 wurde das Gesetz gegen die Neubildung von Parteien mit aufgehoben. Diese Aufhebung wurde vom Bundestag am 30.05.1956 wieder aufgehoben (Seite Nazi-Recht wird Bundesrecht). Damit wurde das Gesetz gegen die Neubildung von Parteien am 30.05.1956 zu gültigem Bundesrecht gemacht. Folge: NSDAP hat wieder den Alleinstellungsanspruch im gesamten Deuschen Reich, in dem das Grundgesetz als organisatorische Norm Gültigkeit hat - in der seit 23.05.1949 als Bundesrepublik Deutschland firmierenden Besatzungszone der Westmächte.



NSDAP-Parteiabzeichen. (Bildlink)


 

Damit durften nach dem 30.05.1956 keine neuen Parteien mehr gegründet werden. Betroffen, ungeachtet der Wiedervereinigung: Bündnis 90/Die Grünen, die Linke, die AFD und andere aktuell gegebene Parteien.

 

Also: NSDAP hat Alleinstellungsanspruch. Wer dagegen verstößt, indem er eine neue Partei gründet,  macht sich nach dem Gesetz gegen die Neubildung von Parteien strafbar, wird aber strafrechtlich nicht verfolgt, weil es das Gesetz gegen die Neubildung von Parteien offiziell nicht gibt.

 

Daneben wird jeder Mitbegründer einer seit 30.05.1956 neu gegründeten Partei wenigstens seit der Inkraftsetzung des NS-Aufhebungsgesetzes nicht mehr strafrechtlich verfolgt, weil durch dieses Gesetz alle von 1933 bis 1945 dagegen gegebenen und sanktionierten Verstöße gegen das Gesetz gegen die Neubildung von Parteien 1998 straffrei gestellt wurden. Durch die Aufhebung der "Unrechtsurteile".

 

Aber: Waren die durch das NS-Aufhebungsgesetz begründeten Strafurteile wirklich Unrechtsurteile, wenn im Fall das Gesetz gegen die Neubildung von Parteien am 30.05.1956 zu gültigem Bundesrecht gemacht wurde, rückwirkend zum Tag der Aufhebung des Gesetzes durch das Kontrollratsgesetz Nr. 1?

 

Nun aber nun der umgekehrte Fall zur Gründung von Bündnis 90/Die Grünen etc. nach dem 30.05.1956.

 

Jemand gründet - theoretisch - heute eine neue NSDAP auf der Grundlage der vorstehend gelisteten und am 30.05.1956 zu gültigem Bundesrecht gemachten Nazi-Gesetze: Dann ist was los in Deutschland! Dann werden die Aktivisten im Eilverfahren strafrechtlich verfolgt, hinter Schloss und Riegel gebracht, die auf der Grundlage gültigen Bundesrechtes, nämlich dem Gesetz gegen die Neubildung von Parteien und zugehörige sonstige gesetzliche Bestimmungen diese neue NSDAP gegründet haben.

 

Perverser geht es nimmer: Die, die sich an geltendes Bundesrecht halten, werden strafrechtlich verfolgt. Und die, die gegen das gleiche geltende Bundesrecht verstoßen, nämlich sonstige Parteien gründen, bleiben straffrei.

 

Also dieser Staat! Ich glaube, dieser Staat weiß gar nicht, was er so alles tut, mit der rechten Hand - und wie hirnrissig er agiert, mit der linken Hand. Oder er weiß es ganz genau, und hofft, dass niemand die begangenen Schwienereien und Betrügereien, den vorsätzlichen Nichtvollzug des Grundgesetzes und dessen Beugung merkt.

 

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